Wawibox-Blog

Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde über die Wawibox Pro

Geschrieben von Nina Wacker | 05.06.20 07:00

So werden Teamgeist, Humor und Nachhaltigkeit in der Wohlfühlpraxis in Ludwigshafen Oppau gelebt! Wir erfahren außerdem was für die Patientenbindung getan werden kann, warum der Erfahrungsaustausch mit Kolleg:innen wichtig ist und welche Vorteile die digitale Materialverwaltung bietet.

Sarah Kühn und Lea Florentine Wüsthoff haben gerade das erste Praxisjubiläum gefeiert. Im April 2019 übernahmen die beiden eine Einbehandlerpraxis in Ludwigshafen Oppau und starteten nach einem 14-tägigen Renovierungsmarathon mit ihrer Wohlfühlpraxis durch. Die beiden Zahnärztinnen und ihr Team legen besonderen Wert darauf, dass sich die Patienten bei ihnen geborgen fühlen und arbeiten ständig daran, dass das auch so bleibt. Dazu gehört ein hervorragendes Arbeitsklima, eine einladende Atmosphäre, viel Zeit für die Patienten und natürlich auch Humor und vor allem Kommunikation. Wir durften die KüWüs im März 2020 in ihrer Praxis besuchen und beim gemeinsamen Mittagessen interviewen. 

Themen des Interviews

I Zur Praxisgründung
II Aufbau und Pflege des Patientenstamms
III Austausch mit Kolleg:innen
IV Aufgabenverteilung im Team
V Digitale Materialwirtschaft
VI Nachhaltige Praxisführung
VII Die Praxisphilosophie

(Eingangsbereich der Praxis Quelle: Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde)

 

Zur Praxisgründung

Wawibox: Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es zur gemeinsamen Praxisgründung?

KüWü: Wir haben uns im Studium in Leipzig kennengelernt, kurz vor dem Staatsexamen. Während des Staatsexamens haben wir viel Zeit miteinander verbracht und festgestellt, dass wir uns sowohl, was unsere Interessen in der Zahnmedizin anbelangt, als auch persönlich total gut ergänzen. Für uns war klar, dass wir uns irgendwann selbständig machen und gemeinsam eine Praxis führen würden. Wir sind beide einfach nicht die Typen für eine ewige Anstellung.

Wawibox: Wie seid ihr dann nach Ludwigshafen gekommen?

KüWü: Es war unmöglich, in Leipzig einen Job zu finden, weil alle Studienabgänger dort bleiben wollten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unser Glück in Leas Heimat zu suchen. Zunächst waren wir in zwei unterschiedlichen Praxen in der Pfalz angestellt. Das lange Pendeln von Mannheim – wo wir wohnen – sollte aber kein Dauerzustand bleiben. Aus diesem Grund haben wir damit begonnen, im Raum Mannheim/Ludwigshafen nach einer geeigneten Praxis zu suchen, und sind schließlich auch fündig geworden. Man muss aber sagen, dass so eine aktive Suche schon ziemlich lange dauert – in unserem Fall gut ein Jahr.

Wawibox: Wie sucht man aktiv? 

KüWü: Es gibt in Mannheim und Umgebung diverse Praxisvermittlungsbörse, z.B. concura oder mediparkplus. Im Prinzip funktioniert das wie bei einer Partnervermittlung. Man gibt an, was man sucht, also zum Beispiel, wie groß die Praxis sein soll und welche Ausstattung gewünscht ist. Wir haben uns dann bei verschieden Vermittlungsbörsen gemeldet, unter anderem bei der apoBank, und auch die Depots angesprochen. So bekamen wir regelmäßig Angebote und konnten uns sehr viele Praxen anschauen. 

Es gibt ein paar Kennzahlen, die einfach passen müssen und anhand derer man erkennt, ob eine Praxis wirklich was für einen ist. Da wir zwei Behandler sind, musste natürlich auch die Größe des Objekts stimmen. Deswegen haben wir auch eine Neugründung in Erwägung gezogen. Irgendwann war dann aber doch eine Praxis dabei, bei der wir sagten: „Cool, das passt! Die können wir erweitern. Der Standort ist toll und der Umsatz stimmt.“ Es handelte sich zwar um eine Einbehandlerpraxis, aber wir wussten, welches Potenzial gegeben sein muss, um zu zweit erfolgreich etwas aufzubauen. Und das war bei der Praxis eindeutig der Fall, zumal unser Vorgänger viele Behandlungen nicht selbst anbot, sondern Patienten an andere Fachärzte überwies. Bei uns bleibt jetzt aber vieles komplett in der Praxis.

Wawibox: Habt ihr einen Tipp für Praxisgründer?

KüWü: In der Tat. Schon bevor wir uns aktiv auf die Suche nach einer Praxis gemacht haben, hat Lea eine weise Entscheidung getroffen und sich ein Buch gekauft (lacht) – „Meine eigene Zahnarztpraxis“ von Thomas Jans, einem Finanzberater für Zahnärzte. Nach dem Studium hat man zwar eine Ahnung vom Bohren, aber nicht unbedingt von Wirtschaftlichkeit. Da das Buch sehr anschaulich den kompletten Prozess der Praxisgründung beschreibt, war es eine wirklich eine gute Basis um zu verstehen, was es dabei alles zu beachten gilt. 

Wir waren so begeistert von der Darstellung, dass wir Kontakt zum Autor aufgenommen haben. Obwohl Herr Jans recht weit weg von uns in Ulm sitzt, hat er uns seine Unterstützung auf unserem Weg zur eigenen Praxis zugesagt. Konkret lief das so, dass wir ihm für uns interessante Exposées weitergeleitet haben und er uns durchaus kritisches Feedback gegeben hat. Zwischen den Zeilen standen da Sachen, von denen wir tatsächlich keine Ahnung hatten. Wir selbst haben bei der Betrachtung der Exposées zum Teil gedacht, dass die Ausstattung gut aussieht und auch der Umsatz toll wirkt, doch viel mehr war für uns nicht verständlich. Als zertifizierter Zahnärzteberater erkennt Herr Jans allerdings gleich, ob die Praxis übermäßig viel für Personal oder Reparaturen ausgibt oder in anderen Bereichen zu hohe Kosten hat. 

Seine Beratung war für uns wirklich Gold wert. Mehr als einmal hat er uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, wenn wir zu euphorisch waren, weil wir eine schöne Praxis zu entdecken geglaubt hatten. Zudem konnten wir spüren, dass er bei seiner Beratung immer unsere Vision von einer Praxis im Hinterkopf hatte.

Wir kennen Kollegen, die bei der Gründung keine derartige Beratung in Anspruch genommen haben und im Nachhinein überzeugt sind, viel zu viel für ihre Praxis gezahlt zu haben. Das können wir nicht sagen, da bei uns Herr Jans auch die Kaufverhandlungen übernahm. Er bezog sich dabei auf die BWA, fragte nach den Investitionen, die in der Praxis getätigt wurden, und prüfte zum Beispiel auch den Wert des Patientenstamms. Viele Patienten bedeuten ja nicht zwangsläufig viel Umsatz. So etwas lernt man nicht an der Uni! Mit drei Jahren Berufserfahrung beherrscht man zwar das zahnärztliche Handwerk, aber nicht den Rest.

Wir arbeiten auch weiterhin mit Herrn Jans zusammen. Gemeinsam mit dem Steuerbüro und ihm prüfen wir die BWAs. Das ist richtig gut, weil wir so eine Art Sicherheitsnetz haben. So wird alles von unterschiedlichen Seiten betrachtet, geprüft und optimiert.

Wawibox: Habt ihr bei der Übernahme denn Personal übernommen und behalten?

KüWü: Ja, wir haben erstmal alle Angestellten übernommen. Mittlerweile sind aber ein paar Mitarbeiterinnen gegangen und auch schon neue dazu gekommen. So wie es jetzt ist, ist das Team total cool. Die Mädels halten den Laden wirklich am Laufen und haben immer eine tolle Stimmung. Ohne sie würde das alles überhaupt nicht funktionieren. Da sind wir wirklich sehr dankbar!

Wawibox: Wie lange gibt es die Praxis denn schon?

KüWü: Die Praxis läuft seit dem 1.4.2019 unter unserem Namen. Der Übergang gestaltete sich nahtlos. Den Mitarbeiterinnen war vom ehemaligen Praxisinhaber bereits Urlaub für die Osterferien zugesagt worden. Deshalb haben wir diese zwei Wochen genutzt, um den kompletten Umbau zu erledigen. Daher hatten die Handwerker einen äußerst straffen Zeitplan. Außerdem haben wir auch viel selbst gemacht, etwa gestrichen und Wände abgeschliffen.

(moderner Behandlungsraum in der Praxis, Quelle: Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde)

Glücklicherweise war die Praxis wirklich gut ausgestattet, so dass in den Behandlungsräumen nichts erneuert werden musste. Insgesamt haben wir die Böden erneuert, die Rezeption sowie das Wartezimmer komplett neu gestaltet, das Röntgen digitalisiert und ein viertes Behandlungszimmer eingerichtet, da bei zwei Behandlern und Prophylaxe drei Zimmer kaum ausreichend sind. Beim Umbau des späteren vierten Behandlungszimmers befand sich in der Decke des Wartezimmers zeitweise sogar ein Loch. Aber die Patienten haben das toleriert (lachen). Wir haben supercoole Patienten. Die sind wirklich toll und total locker.

 

Aufbau und Pflege des Patientenstamms

Wawibox: Habt ihr viele Patienten aus der Umgebung? Woher kommen eure Patienten?

KüWü: Die meisten kommen aus Ludwigshafen, viele direkt hier aus Oppau. Aber wir haben auch Patienten aus Mannheim und der Pfalz, aus Richtung Worms oder Bad Dürkheim. Es gibt viele Patienten, die hier in der Nähe arbeiten (Anmerkung: das BASF-Gelände ist wenige Meter entfernt) und den Zahnarztbesuch einfach mit der Arbeit kombinieren. 

Wawibox: Musstet ihr noch viel in die Patientenkommunikation investieren oder hattet ihr schon einen guten Patientenstamm?

KüWü: Bei einer Praxisübernahme gibt es immer Patienten, die gehen. Einige der Patienten fanden es wohl auch nicht gut, dass sich das gewohnte Praxisumfeld verändert hat. Insgesamt sind aber sehr, sehr viele geblieben und mittlerweile auch zahlreiche neue dazugekommen. Darunter auch viele junge Patienten und Patienten, die sich darüber freuen, dass es jetzt endlich weibliche Zahnärzte im Stadtteil gibt, oder die sich als Angstpatienten bei uns ernstgenommen und geborgen fühlen. Unser Konzept der Wohlfühlpraxis geht hier erfolgreich auf.

(Ein Wartezimmer zum Wohlfühlen, Quelle: Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde)

Außerdem finden uns viele neue Patienten aller Altersgruppen über Instagram. Soziale Medien spielen inzwischen wirklich eine Rolle bei der Akquise und es lohnt sich, Zeit in Social Media zu investieren.

Wawibox: Wie hoch ist euer wöchentlicher Zeitaufwand für Social Media?

KüWü: Mindestens sieben Stunden pro Woche sind es bestimmt. Denn wir sind oft selbst an den Wochenenden aktiv und antworten auf Nachrichten oder kommentieren Beiträge. Es geht dabei ja um die stetige Interaktion. Hauptsächlich kümmern sich Annika (Anm. d. R. eine Mitarbeiterin) und ich (Lea) darum. Die Mädels im Team, die Lust auf Instagram haben, sind da echt kreativ und haben Spaß an der Sache. Sie bringen super Ideen ein, die wir dann gemeinsam umsetzen.

 

Austausch mit Kolleg:innen

Wawibox: Ihr seid auch viel in Interaktion mit anderen Zahnärzten. Könnt ihr uns mehr darüber erzählen?

KüWü: Da hat sich eine richtige Community gebildet. Im harten Kern sind wir jetzt zu acht oder zu neunt und stehen im regen Kontakt zueinander. Es ist schön, wenn man sich offen austauschen kann. Schließlich haben wir alle die gleichen Probleme und keine Lust auf das gängige Bild vom versnobten Halbgott in weiß mit dem Porsche vor der Tür. So eine Zahnmedizin wollen wir weder für uns noch für unsere Patienten und schon gar nicht untereinander. Es ist doch viel besser, wenn man offen Erfahrungen teilen kann und ehrliches Feedback gibt und erhält. Der Austausch sollte frei von Geheimniskrämerei, Neid und Missgunst stattfinden. Dann kann man auch von den Fehlern und Erfolgen der anderen lernen. Das haben wir selbst früher leider schon anders erlebt.

Eine Freundin von uns gründet gerade ihre eigene Praxis. Auch mit ihr teilen wir unsere eigenen Erfahrungen und sprechen dabei auch ganz offen über Zahlen. Denn es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass sich wieder mehr Zahnärzte selbstständig machen. Nicht viele wagen diesen Schritt und darunter gerade wenige Frauen – und das obwohl die Zahnmedizin doch immer weiblicher wird. An manchen Unis gibt es komplett weibliche Jahrgänge! Die meisten Frauen, die wir kennen, wollen aber lieber in die Anstellung, weil das die Familienplanung erleichtert. Also macht sich kaum jemand noch selbständig. Das ist ein schwieriger Trend. Irgendwann gibt es auf dem Land keine Zahnärzte mehr und in den Städten nur noch MVZs, hinter denen irgendwelche Großinvestoren stehen. Das ist eine Entwicklung, die uns gar nicht gefällt. 

Wawibox: Wie bewertet ihr eure Entscheidung zur Selbstständigkeit?

KüWü: Wir haben es keine Sekunde lang bereut! Jetzt können wir endlich selbst entscheiden und müssen das auch (lachen).

Es ist wirklich deutlich mehr zu tun. Man hat viel mehr im Hinterkopf und verbringt ständig Zeit am Schreibtisch vor lauter Dingen, mit denen man sich zuvor nie beschäftigen musste, die nun aber erledigt werden müssen. Das erfordert sehr viel mehr an Organisation. Außerdem nimmt man viel Arbeit mit nach Hause. Aber das ist es uns wert!

 

Aufgabenverteilung im Team

Wawibox: Wie ist die Aufgabenverteilung bei euch im Team? 

KüWü: Lea ist der kreative Kopf, verantwortlich für alles rund um den PC und von uns beiden die „Handwerkerin“ für alle kleinen Reparaturen rund um die Praxis. Sarah hat eine Vorliebe für Bürokratie und Administration und kümmert sich um alle Themen, die das Finanzielle betreffen. Personalentscheidungen treffen wir immer gemeinsam. Im Büro ist es zudem generell äußerst praktisch, zu zweit zu sein, weil man sich immer gegenseitig unterstützen kann. Bisweilen müssen ja auch schwierige Entscheidungen getroffen werden. Im Team fühlt man sich da schon sicherer. Alleine hätten wir sicher etwas länger überlegt, wann wir den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. 

Wawibox: Nehmt ihr den Service von weiteren externen Beratern in Anspruch oder wagt ihr euch zunächst alleine an für euch neue Themen? 

KüWü: Das kommt ganz darauf an. Ich glaube, da können wir uns gut einschätzen. Was Dinge wie Finanzen und Investitionen betrifft, halten wir uns sehr an unseren Steuerberater und an Herrn Jans. Wir holen stets den Rat von beiden ein und treffen dann eine Entscheidung. Bevor wir uns wochenlang Halbwissen aneignen, lassen wir uns lieber schnell eine professionelle Antwort geben. Man muss nur wissen, wen man fragen muss. Weitere Berater wie etwa einen Praxisführungsberater haben wir allerdings nicht.

Wawibox: Erledigt ihr die Abrechnung selbst?

KüWü: Das macht Annika, unsere zahnmedizinische Verwaltungsassistentin. Sie erledigt die Abrechnung und macht die Heil- und Kostenpläne. Sie managt den gesamten Praxisablauf; sie plant die Urlaube und die freien Tage der Mitarbeiter. Sie hat wirklich viel zu tun.

Wawibox: Da konntet ihr ja schon viele administrative Aufgaben delegieren, oder?

KüWü: Ja, aber nur weil Annika qualifiziert und proaktiv ist. Sie nimmt uns viel Arbeit ab. Allerdings muss man das Delegieren auch erst einmal lernen. Anfangs haben wir gedacht, wir müssen alles selber machen, weil wir meinten, dass wir so alles unter Kontrolle haben. Aber wenn man merkt, wie gut die Mädels sind und wie gerne sie Aufgaben und Verantwortung übernehmen, ist es gar nicht mehr so schwierig Aufgaben abzugeben. Das ist einfach schön zu sehen.

Wawibox: Wie wisst ihr, wem ihr welche Aufgaben geben könnt? 

KüWü: Das kann man im Voraus nicht wissen. Man muss einfach einmal Aufgaben verteilen und den Mitarbeitern die Chance geben, sich zu beweisen. Wichtig ist es, sich die Ergebnisse anzuschauen und vor allem wertzuschätzen. Da ist eine gute Kommunikation gefragt! Leider trauen viele Zahnärzte jedoch ihren Mitarbeitern von vornherein zu wenig zu und geben ihnen gar nicht erst die Möglichkeit, sich zu beweisen. Wir wissen wie das abläuft, da Sarah gelernte Zahnarzthelferin ist und im Laufe der Jahre einiges in verschiedenen Praxen mitbekommen hat. Die mangelnde Wertschätzung ist generell das Hauptproblem des Berufs. 

Aufgrund der besonderen Nähe in der Zusammenarbeit lernt man seine Mitarbeiterinnen wirklich genau kennen. Dadurch merkt man schnell, wen man womit belasten kann. Man sieht zum Beispiel, wie Mitarbeiter auf spontane Änderungen bei der Behandlung reagieren und im Laufe der Zeit immer selbstbewusster werden. Man erkennt, wie weit die Einzelne ist und kann dadurch über die Aufgaben entscheiden, die man ihr zuweist. Bei manchen sind das womöglich zunächst einmal kleinere Aufgaben, andere möchten gleich mehr Verantwortung. Wichtig ist nur, ein möglichst positives Feedback zu geben. Wir wollen auf keinen Fall einfach so über eine Leistung hinweggehen. Wertschätzung ist bei der Mitarbeiterführung elementar.

 

Digitale Materialwirtschaft

Wawibox: Wie seid ihr zu Wawibox gekommen und wer kümmert sich bei euch um die Wawibox?

Lea: Schon im Gespräch vor der Praxiseröffnung haben wir beschlossen, in Zukunft Wawibox zu nutzen. Wir haben seit April – also von Anfang an – den Einkauf mit Wawibox erledigt und uns dann im Sommer 2019 für das Upgrade auf Wawibox Pro entschieden. Zunächst hat Sarah sich alleine darum gekümmert und im Rahmen der Erstinventur wäschekörbeweise Materialien inventarisiert. 

Sarah: Mich alleine darum zu kümmern, war eigentlich eine blöde Idee. Denn zum einen fehlte mir dafür eigentlich die Zeit. Zum anderen hatten wir mit Patrizia zu dem Zeitpunkt bereits eine Mitarbeiterin, die extrem weitsichtig ist. Deshalb ist sie nun bei uns für die Wawibox zuständig! Sie nimmt die Ware an, lagert sie ein und kontrolliert was wann bestellt werden muss. Da sie auch mit im Behandlungszimmer ist, weiß sie, wie viel wirklich verbraucht wird und kann dadurch äußerst effizient bestellen und organisieren. Wir haben ihr nur kurz gezeigt, wie Wawibox Pro funktioniert. Seitdem übernimmt sie alles alleine. Sie denkt total mit und ändert sogar die Produktkategorien, die wir am Anfang mehr nach Gefühl angelegt haben. Das klappt echt prima!

Früher haben wir extrem viel Zeit in die Bestellung investiert, auch weil das Geld für Ausgaben auf einmal aus dem eigenen Geldbeutel kam. Die Materialverwaltung in dieser Situation zu delegieren, hat uns wirklich Luft verschafft. 

 


Wawibox Pro Online-Materialverwaltung mit DYMO-Drucker und iPod als Scanner, Quelle: Wawibox

Tipp! Möchtest auch du weniger Zeit für die Materialverwaltung aufwenden? – Die Wawibox Pro unterstützt dich als Mitarbeiterin bei jedem Schritt – von der Bestellung bis zur Lagerverwaltung – und lässt gleichzeitig deine Chefs im Bilde.

 

Wawibox: Welche Funktion findet ihr besonders hilfreich?

KüWü: Die Auswahl der Anbieter ist richtig gut bei euch. Außerdem gefällt uns, wie übersichtlich der Warenkorb gestaltet ist, wodurch sich die Bestellung richtig optimieren lässt, bevor sie verschickt wird. Das ist auch ein großes Plus für die Umwelt. So machen wir nicht 16 Bestellungen, sondern nur zwei und zahlen dabei insgesamt nur ein paar Euro mehr. 

 

Nachhaltige Praxisführung

Wawibox: Ist Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein Thema für euch? Wie lebt ihr das in eurer Praxis?

KüWü: Hygiene und Nachhaltigkeit ist in der Tat eine schwierige Kombination. Aber wir versuchen, unnötigen Müll zu vermeiden. So bekommt bei uns zum Beispiel der Patient für eine normale Kontrolle kein Lätzchen mehr umgelegt. Denn Patientenservietten sind mit Kunststoff beschichtet, was sie noch umweltschädlicher macht. Es gibt zwar auch welche ohne Beschichtung, aber diese sind weniger funktional, da sie beim ersten Tropfen gleich durchnässen. Darüber hinaus nutzen wir wiederverwendbare Becher, die in den Thermodesinfektor können, und setzen in unserem Wartezimmer auf Gläser und Tassen aus Glas und Keramik anstatt auf Einwegbecher. Zum Zähneputzen vor der Behandlung gibt es bei uns Einmalzahnbüsten aus Bambus. Oder man putzt mit der elektrischen Zahnbürste und nimmt den Aufsatz mit nach Hause.

Zudem versuchen wir wenn möglich, auf den Gebrauch von sterilen Überziehern aus Folie zu verzichten. Denn viele Geräte, die man damit abdecken muss, lassen sich auch einfach wischdesinfizieren. Das ist nach RKI völlig ausreichend. Mit solchen Maßnahmen lässt sich der Müll in der Praxis deutlich reduzieren. Beim Bestellen von Materialien kann man außerdem einfach warten bis man eine größere Bestellung ansteht und dadurch die Anzahl an Lieferungen reduzieren. 

Wir versuchen einfach, uns das immer wieder bewusst zu machen. Durch die Digitalisierung vieler Prozesse haben wir auch eine weitgehend papierlose Praxis. Natürlich darf die Hygiene nicht darunter leiden und so kommt man im Bemühen um Nachhaltigkeit schnell an seine Grenzen. Wir sind aber äußerst offen für weitere Tipps oder neue umweltfreundliche Materialien.

Wawibox: Nehmen die Patienten das wahr? 

KüWü: Meistens sind die Patienten beim Zahnarzt woanders mit den Gedanken. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass sie es überaus positiv aufnehmen, wenn man ihnen an der Rezeption zum Beispiel eine Ecobrush mitgibt und erklärt, dass wir möglichst auf Einwegprodukte aus Kunststoff verzichten möchten. Zwar sind einige Patienten auch schon einmal kurz irritiert, wenn beim Kontrolltermin das Lätzchen fehlt. Aber wenn wir ihnen erklären, dass wir in der Praxis der Umwelt zuliebe unnötigen Müll vermeiden wollen, dann ist die Resonanz eigentlich immer positiv.

 

Die Praxisphilosophie

Wawibox: Wie geht es mit der Praxis weiter? Was sind eure Zukunftspläne?

KüWü: Wir würden irgendwann gerne noch einen weiteren Behandler anstellen, um dann vielleicht auch in verschiedenen Schichten arbeiten zu können. Dadurch könnten wir flexiblere Öffnungszeiten anbieten. Grundsätzlich sehen wir uns aber als Familienpraxis und wollen uns auch weiterhin so positionieren, weil wir merken, dass unsere Patienten gerade diese persönlichen Elemente schätzen. Wir wollen weg vom sterilen, kalten Zahnarzt hin zu der Wohlfühlpraxis mit Sofas, entspannter Atmosphäre und einem Lachen zur Begrüßung. Außerdem wollen wir keine Fließbandbehandlung machen und uns weiterhin Zeit für jeden Einzelnen nehmen. 

Zudem ist uns eine transparente Aufklärung besonders wichtig, damit die Patienten genau wissen, mit welchen Kosten sie zu rechnen haben und was genau gemacht wird. In unserer Praxis klären wir so auf, dass unsere Patienten das Gefühl haben, bei uns gut aufgehoben zu sein und wirklich alles verstanden zu haben. Kurz gesagt behandeln wir so, wie wir selbst behandelt werden möchten. Wir klären auch immer ausführlich über alle Optionen auf, damit ganz klar ist, dass am Ende der Patient entscheidet. Das ist für uns selbstverständlich.

Wawibox: Bei dieser Philosophie ist es natürlich wichtig, dass das Team an einem Strang zieht. Wie schafft ihr es, dass alle auf der gleichen Wellenlänge sind?

KüWü: Das ist tatsächlich nicht leicht und hat fast ein Jahr gedauert. Von außen betrachtet, zum Beispiel über Instagram, sieht man natürlich nur die lustigen Momente, aber hinter den Kulissen kostet es wirklich viel Zeit und Arbeit, um ein funktionierendes Team aufzubauen. Häufige Personalgespräche und das Stellen von offenen Fragen sind ein Muss: „Was gefällt dir nicht? Was würdest du anders machen?“ Dass wir nur Frauen in der Praxis sind, macht es nicht immer einfacher. Das ist leider wirklich so (lachen). Man muss viel Zeit investieren, um zu schauen, wo es hakt und wie wir es besser machen können. Deshalb halten wir regelmäßige Teamsitzungen ab, in denen wir die Mädels mit einbeziehen und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden. Wertschätzung und ein Umgang auf Augenhöhe sind dabei für uns selbstverständlich. Wir merken auch, dass das im Team sehr gut ankommt.

(Lachen ist wichtig, Quelle: Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde)

Außerdem finden wir, dass es uns nichts nützt, wenn wir Geld verdienen, aber die Stimmung in der Praxis schlecht ist. So wollen und können wir nicht arbeiten! Dass das bei uns in der Praxis anders läuft, merken auch die Patienten, denn sie schätzen die lockere und lustige Atmosphäre. Humor muss einfach sein, gerade in der Zahnarztpraxis!  Wir glauben aber ohnehin, dass sich in den nächsten Jahren generell viel im Umgang miteinander und in der Beziehung zwischen Chef und Mitarbeitern ändern wird.

Was die Sache erschwert ist, dass in unserem Studium überhaupt nicht auf Psychologie und den Umgang mit Patienten und Angestellten eingegangen wurde. Wenn man da nur an die Anzahl an Angstpatienten denkt, die wir in unserer Praxis behandeln, kriegt man die Krise. Außerdem wird ja niemand als Chef geboren. Wir selbst mussten auch erst einmal lernen, wie wir mit welcher Mitarbeiterin umgehen. Man kann ja nicht bei jeder Person dasselbe Muster anwenden. Schließlich stellen die Mitarbeiterinnen auch Erwartungen an ihre Arbeitsstelle.

Wawibox: Eine letzte Frage: Würdet ihr Wawibox empfehlen?

KüWü: Ja, denn es macht wirklich Spaß mit der Wawibox zu arbeiten. Es ist leicht und intuitiv und eine große Erleichterung – genau unser Ding!

 

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Frau Kühn und Frau Wüsthoff für das Interview bedanken. Wir wünschen den beiden und dem gesamten Praxisteam nur das Beste und weiterhin viel Erfolg!

(Lilla und Nina von Wawibox zu Besuch bei Kühn und Wüsthoff Zahnheilkunde, Quelle: Wawibox)

Allen interessierten Patient:innen können wir nur eine absolute Empfehlung aussprechen. Informationen zu Sprechzeiten und Anreise lassen sich der Homepage der Praxis entnehmen:

https://www.kuehn-wuesthoff.de/ 

Und natürlich sind die KüWüs auch auf Instagram: @kwzahnheilkunde