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Nachhaltigkeit: Der Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt im Regal

Geschrieben von Svenja Münster-Grassel | 25.04.22 06:00

Mehr und mehr Zahnärzt:innen möchten auf Nachhaltigkeit in ihrer Praxis setzen – eine häufige Hürde sind jedoch fehlende Produktalternativen. Wie es gelingt, ein nachhaltiges Produkt zu entwickeln, erzählen uns Stefan und Mario von happybrush.

Das stark wachsende Unternehmen aus München wurde mit modernen und nachhaltigen Mundpflege-Produkten rund um elektrische Zahnbürsten sowie Zahnpasta bekannt und hat sich in vielen Badezimmern etabliert. Inzwischen wurde das Sortiment um weitere Produkte wie Naturkosmetik-Zahnpasta und Junior-Produkte im Minions Design erweitert.

Wir wollen heute wissen: Woher nehmen sie ihre Ideen, wie funktioniert ihr Produktionsprozess und welche Zertifizierungen gibt es für nachhaltige Dentalprodukte?

Inhalte
I Stefan und Mario im Kurzportrait
II Bedarfsermittlung
III Ideen & Entwicklung
IV Qualitätssicherung
V Markteinführung

Stefan und Mario im Kurzportrait

Stefan, wie kamst du dazu, happybrush zu gründen?

Für Florian und mich war das Angebot an Mundpflegeprodukten nicht zeitgemäß, zu wenig nachhaltig und zu unattraktiv. Das wollten wir ändern, wir wollten eine neue Generation der Mundpflege kreieren, die Technologie und Nachhaltigkeit vereint. Vor unserer Gründung haben wir beide bei Procter & Gamble gearbeitet und dort viele Jahre Erfahrung im Bereich der Mundpflege beim größten Mitbewerber sammeln können. Dazu kommt, dass ich in der Zahnarztpraxis groß geworden bin, da mein Vater Zahnarzt ist. Das hat mich schon von klein an mit Zähnen und Gesundheit in Verbindung gebracht.

 

Was ist deine Vision für das Unternehmen? Was habt ihr in den nächsten Jahren vor?
Wir möchten mit happybrush eine nachhaltige, moderne und global führende OralCare-Marke etablieren. In der nächsten Zeit stehen spannende Produktlaunches an, zudem arbeiten wir an der Internationalisierung und dem weiteren Wachstum im DACH-Raum. Mit bereits über 10 Millionen verkauften Produkten, Listungen bei über 30 Handelspartnern mit über 9.000 Filialen und der Auszeichnung als Nr. 1 Health Startup von Financial Times "Fastest Growing Companies Europe 2021" haben wir das Vertrauen und die positive Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Mario, du bist Produktentwickler. Wie lange bist du schon bei happybrush und was reizt dich an der Dentalbranche?


Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr bei happybrush tätig. Mich reizt besonders die große Abwechslung innerhalb der Produktentwicklung, von Kosmetika bis hin zu komplexen, technischen Produkten, sowie die Möglichkeit, Veränderungen in einer doch sehr angestaubten Branche voranzutreiben.


 

Quelle: happybrush

Bedarfsermittlung

Ein Produkt zu entwickeln setzt eine gewisse Sensibilität für den Bedarf voraus. Wie gelingt es euch, den Status Quo der Branche immer wieder zu hinterfragen?
Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen und analysieren den Markt und Trends ganz genau. Gleichzeitig versuchen wir auch unsere bestehenden Produkte kontinuierlich zu optimieren. Die Kombination aus Kreativität, die ständige Suche nach neuen nachhaltigen Materialien für unsere Produkte, sowie Verpackungen und die kundenorientierte Produktentwicklung helfen uns hierbei.

Woher wisst ihr, dass ihr etwas Vielversprechendem auf der Spur seid? Wie wird der angenommene Bedarf tatsächlich validiert?
Wir validieren das Potential neuer Konzepte zunächst intern und direkt mit unseren Kund:innen. Im nächsten Schritt gehen wir mit unseren Handelspartnern in den Austausch.

Betreibt ihr in dieser ersten Phase bereits Marktforschung, um die Reaktion der Kund:innen besser abschätzen zu können?
Ja, wir befragen sehr regelmäßig unsere Kund:innen, insbesondere auch im Bezug auf neue Konzepte und Designs. Hierbei kommen viele verschiedene Aktivitäten zum Einsatz: Über Fokusgruppen, über Instagram, E-Mails oder über externe Marktforschungsanbieter.

Bis es an die konkrete Produktentwicklung geht, fließen viele Analysen und Befragungen ein | Quelle: happybrush


Nehmt ihr einen hohen Wettbewerbs- und Innovationsdruck in der Branche wahr?
Wir sehen den Mundpflegemarkt als ziemlich angestaubt, es passiert sehr wenig und was vielleicht nicht jeder weiß: Es gibt relativ wenige große Unternehmen auf dem Markt, die dafür mit mehreren Marken auftreten.

Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten frischen Wind in die Kategorie zu bringen. Das zahlt sich aus, denn wir wachsen bei elektrischen Zahnbürsten deutlich stärker als der Markt. Das schaffen wir durch unser attraktives Angebot und die Kombination aus Technologie und Nachhaltigkeit. Unsere Eco VIBE 3 ist die weltweit erste klimaneutrale Schall-Zahnbürste aus recyceltem Material im Handstück- und Ladestationgehäuse sowie Aufsteckbürsten aus nachwachsenden Rohstoffen. Mit diesem Fortschritt haben wir uns mit der Eco VIBE 3 über die letzten 4 Monate auch zur meistverkauften Schall-Zahnbürstenmarke bei einem führenden Drogeriemarkt entwickelt. Und Stiftung Warentest hat sie kürzlich mit der Note „gut” (2,2) bewertet – damit ist die Eco VIBE 3 gleichauf mit dem Premium-Modell des größten Mitbewerbers.

Vereint Technologie und Nachhaltigkeit: Die Eco VIBE 3 macht anderen Anbietern Konkurrenz | Quelle: happybrush

 

 

Ideen und Produktentwicklung

Welche Kriterien zieht ihr heran, um zu entscheiden, welche Idee verfolgt wird?
Hierbei spielen viele Kriterien eine Rolle. Die Meinung unserer Kund:innen, unseres Teams und unserer Handelspartner ist uns sehr wichtig. Damit eine Idee umgesetzt wird, sind aber noch weitere Faktoren entscheidend. Hierzu zählen unter anderem die technische Machbarkeit, die Möglichkeit zur Verwendung nachhaltiger Materialien, die grundsätzliche Nachhaltigkeit der Idee und der Markenfit.

Wer ist alles in die Entwicklung involviert?
In der Produktentwicklung arbeiten wir eng mit Zahnexpert:innen, Industriedesigner:innen und Ingenieur:innen zusammen. Dazu kommt die regelmäßige Abstimmung mit den internen Teams wie Marketing und Vertrieb sowie der ständige Austausch mit unseren Kund:innen.

Wie recherchiert ihr z. B., welche alternativen Materialien sich eignen könnten?
Wir haben ein internes Team, das konstant neue Trends und Innovationen auf dem Markt analysiert, um diese im Anschluss zu bewerten.
Hierfür ist insbesondere das technische und zahnmedizinische Fachwissen unseres Produkt-Teams von großem Nutzen, das sich gegenseitig durch unterschiedliche Erfahrungen und Expertisen ergänzt.

So sind letztes Jahr auch unsere neuen Eco VIBE 3 Aufsteckbürsten entstanden. Wir haben nach einem neuartigen Material gesucht, welches unsere Aufsteckbürsten noch nachhaltiger macht und waren erfolgreich! Das Gehäuse der Aufsteckbürsten besteht nun aus fast 100% nachwachsenden Rohstoffen und ist auch zu 100% recycelbar. Dabei handelt es sich um Fasern und Biopolymere basierend auf Holz, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und aus Reststoffen der Holzverarbeitung hergestellt wird.

Ein extra Team sorgt für neue Ideen für nachhaltige Dentalprodukte | Quelle: happybrush

 

Qualitätssicherung

Wie stellt ihr die Qualität eurer Produkte sicher?
Die Qualität unserer Produkte hat für uns höchsten Stellenwert. Wir erreichen dies sowohl durch unser internes Qualitäts-Team, Einhaltung aller Normen sowie durch die Zertifizierung unserer Produkte von unter anderem dem TÜV, der Vegan Society und dermatest.

Die Mehrheit unsere Portfolios ist aktuell Made in Germany, das erlaubt uns auch viel Nähe in der Produktion. Darüber hinaus bestätigen uns auch externe Tests wie Stiftung Warentest oder Ökotest immer wieder unsere Qualität. Unsere SuperGreen Zahnpasta hat beispielsweise im letzten Ökotest ein „sehr gut“ erhalten.

Bevor ein Produkt an den Markt geht, muss es verschiedene Tests durchlaufen. Welche Tests sind das und wie lange dauert dieser Vorgang?
Dies geht über interne Tests sowie Umfragen, über Produkttests durch Kund:innen bis hin zu regulatorische Prüfungen und Tests durch den TÜV.
Für unsere Zahnbürsten haben wir zudem beispielsweise eine eigene aufwändige Teststation gebaut, um die Reinigungsleistung immer wieder zu testen und zu optimieren.


Welche Zertifizierungsmöglichkeiten gibt es für eure nachhaltigen Produkte? 
Alle unsere Produkte sind klimaneutral durch die Zusammenarbeit mit Climate Partner, wir investieren hier in die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Auf diese Weise konnten wir bisher bereits über 750 Tonnen CO₂ ausgleichen.
Darüber hinaus gibt es extrem viele Zertifizierungen für unterschiedliche Ansprüche. Hier wählen wir immer die wichtigsten und stärksten Zertifizierungen aus, um den Aufwand und auch die Kosten noch überschaubar zu halten, und stellen uns den strengen Vorgaben.
Für uns wichtige Zertifizierungen sind beispielsweise GS/TÜV, Vegan, Klimaneutral oder Naturkosmetik. Aber auch der aktuelle Öko-TEST, bei dem unsere rotierende Zahnbürste R2 als Testsieger die Bestnote unter allen rotierenden Zahnbürsten erhalten hat, ist für Endverbraucher:innen eine zuverlässige Quelle, wenn es um die Schadstofffreiheit und Qualität der Materialien geht.


Zertifizierungen geben Verbraucher:innen wichtige Hinweise auf Qualität und bspw. Nachhaltigkeit | Quelle: happybrush


Markteinführung

Wie erfahren eure Kund:innen von einem neuen Produkt?
Wir überlegen im Vorfeld zu jedem Produkt die passende Kommunikation. Einen großen Schwerpunkt bildet für uns die Ankündigung über die sozialen Medien, unsere Homepage sowie unseren Newsletter. Dazu kommt die Präsenz im Regal bei unseren Handelspartnern, da unsere neuen Produkte in bis zu 9.000 Filialen erhältlich sind. Auch unsere aktuellen Kund:innen unterstützen uns und sprechen mit ihren Freund:innen und ihrer Familie darüber. Da wir bereits über 10 Millionen Produkte verkauft haben, hilft uns dies, dass wir viele positive Empfehlungen erhalten.

Ein gutes Stichwort, wie messt ihr denn die Zufriedenheit eurer Kund:innen mit dem neuen Produkt?
Wir wollen unsere Kund:innen glücklich machen, dafür arbeitet unser Team und insbesondere auch das Customer Happiness Team jeden Tag. Wir arbeiten mit regelmäßigen Checks und nutzen auch die großen Bewertungsportale. Zum einen liefert uns Trusted Shops und Google ein gutes aktuelles Bild, dazu kommen interne Umfragen, Fokusgruppen und ein intern erhobener Zufriedenheitsscore.


Wir bedanken uns herzlich für das ausführliche Interview mit Stefan und Florian und die spannenden Einblicke in ihren Alltag!

 


Gut zu wissen:

happybrush und Wawibox haben so einiges gemeinsam: Beide Unternehmen möchten den Dentalmarkt modernisieren und ihre Nutzer durch intuitive, professionelle Produkte entlasten.
Außerdem werden die Borsten der happybrush-Zahnbürsten in Heidelberg gefertigt, was wiederum der Sitz von Wawibox ist – es ist einfach ein Match!

Und so ist es nur konsequent, dass die happybrush-Produkte in Kürze auch auf wawibox.de erhältlich sind! Stay tuned!