Inflation in der Zahnarztpraxis: So kannst du deine laufenden Kosten senken

Kostenentlastung für deine Praxis: So bleibst du trotz Inflation rentabel

Die steigende Inflationsrate ist in aller Munde und stellt auch Zahnarztpraxen vor Herausforderungen. Wir haben analysiert, wie sich die Inflation auf Materialpreise auswirkt. Mit unseren Tipps zum Thema Einkauf, Miete, Personal- und Nebenkosten behältst du einen kühlen Kopf.

Inhalt

1. Die aktuelle Inflationsrate in Zahnarztpraxen

2. Was es bei Miete, Nebenkosten und Material zu beachten gilt

2.1 Mietsteigerung

2.2 Nebenkosten

2.3 Inflationsalayse: Preise für Dentalprodukte

2.3.1 Jetzt handeln: Materialkosten senken

2.4 Personalkosten

2.5 Was jetzt für deine Patient:innen wichtig ist

3. Ruhe bewahren: Umgang mit Inflation in deiner Praxis


Die aktuelle Inflationsrate in Zahnarztpraxen

Die exorbitant steigenden Preise für Güter und Dienstleistungen sind vor allem der aktuellen Energiekrise und anhaltenden Lieferengpässen geschuldet. Als Praxisinhaber:in bist du sowohl privat als auch wirtschaftlich in deiner Praxis betroffen.

Wie hoch die aktuelle Teuerungsrate für Zahnarztpraxen genau ausfällt, lässt sich nur schwer konkret erfassen. Die Finanzexpert:innen von solvi gehen für eine realistische Schätzung davon aus, dass Zahnarztpraxen mit einer Preissteigerungsrate rechnen müssen, die zwischen dem Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise und demjenigen der Großhandelspreise liegt.¹

Anhand der Daten des Statistischen Bundesamts für Juni 2022 würde das einer Inflationsrate von zwischen 7,6² und 21,2 %³ entsprechen. 

 

Anders gesagt: Um dieselben Detalprodukte oder Dienstleistungen wie im Juni 2021 zu beziehen, müssten Zahnarztpraxen nur ein Jahr später bereits einen Aufpreis bezahlen, der mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich liegt – und für einige Posten sogar deutlich darüber.

Inflationsrate in Zahnarztpraxen zwischen 7,6 % und 21,2 %.Die aktuelle Inflationsrate in Zahnarztpraxen liegt ca. zwischen 7,6 % und 21,2 % | Bildquelle: Prostock-studio, shutterstock.com


Miete, Nebenkosten, Material: Das solltest du jetzt beachten

Eine genaue Ermittlung deiner Einsparpotenziale ist wichtiger denn je, weil:

  • die Inflation uns voraussichtlich noch eine Weile begleiten wird,
  • und sich die Preise dann auf einem höheren Niveau als bisher einpendeln werden.

Wir verraten dir, in welchen Bereichen du sparen kannst und wo du es momentan besser nicht tun solltest – damit deine Praxis unbeschadet aus der Krise hervorgeht und auch langfristig weiter erfolgreich bleibt.

Mietsteigerung? Prüfe die Konditionen deines Mietvertrags

Zahlst du Miete für deine Praxis, wirst du früher oder später mit einer Mietanpassung rechnen müssen. 

Hier kommt es aber auf die Einzelheiten deines Mietvertrages an, wie die Vertragslaufzeit, die vereinbarte Form der Miete und etwaige weitere Klauseln. Die Auswirkungen der Inflation hängen stark von diesen individuellen Konditionen deines Mietvertrages ab. Prüfe im Zweifelsfall also genau, was schriftlich festgehalten wurde.

  • Bestehen fest vereinbarte Regelungen zur zeitlichen Staffelung und/oder Höhe von Mietanpassungen? Wenn ja, hast du eher nicht mit unerwarteten Erhöhungen zu rechnen. 
  • Wurde eine Indexmiete mit Bindung an den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preisindex für die Lebenshaltung vereinbart? Dann steht dir jetzt höchstwahrscheinlich eine Mieterhöhung bevor – wobei auch hier die vereinbarten Einzelheiten festlegen, wann genau eine Mieterhöhung vorgenommen werden darf.

So sparst du langfristig Nebenkosten

Bei einer Befragung des Marktforschungsinstituts Exevia im Juni 2022 gaben über die Hälfte der befragten Zahnärzt:innen an, dass steigende Nebenkosten eine Herausforderung für sie darstellen.⁴ 


Inflation in Zahnarztpraxen: Steigende NebenkostenPrüfe deine Nebenkostenabrechnungen: Stimmen die Verbrauchswerte? | Quelle: fizkes, shutterstock.com

Um langfristig bei den Energiekosten zu sparen, solltest du dich mit möglichen Modernisierungsmaßnahmen auseinandersetzen. Abhängig von deinen finanziellen Reserven sowie der Größe und Lage deiner Praxis kommen dafür verschiedene Maßnahmen infrage, wie z. B.:

  • die Teilsanierung oder der Austausch eurer Heizungsanlage,
  • der Einbau energieeffizienter Fenster,
  • die Wärmedämmung der Außenwände,
  • die Installation einer Photovoltaik-Anlage zur eigenen Stromerzeugung,
  • die Anbringung von Perlatoren an euren Wasserhähnen,
  • der Einbau einer Solaranlage für die Warmwasserbereitung.

Wenn du bereits seit Längerem ein konkretes Vorhaben dieser Art planst, bisher aber von den hohen Preisen für Bauarbeiten und Sanierungsmaßnahmen abgeschreckt warst, solltest du lieber bald handeln. Denn die hohen Rohstoffkosten sowie die anhaltenden Supply-Chain-Probleme werden auch hier vorerst für weiter steigende Preise sorgen.

Wie hoch ist die Inflationsrate bei Dentalprodukten?

Eine große direkte Auswirkung der Inflation kannst du als Zahnärzt:in im Bereich der Materialkosten und des sonstigen Praxisbedarfs wahrnehmen. Dabei handelt es sich um eine messbare Entwicklung, die nicht erst seit der aktuellen Preisexplosion zu beobachten ist. 

Wir haben für den Zeitraum vom 01.01.2019 - 30.06.2022 eine Preisanalyse der beliebtesten über Wawibox gekauften Dentalprodukte vorgenommen und festgestellt:

Für die 100 meistgekauften Artikel mussten im Januar 2021 bereits 10 % und aktuell im Schnitt 13,91 % mehr bezahlt werden als noch im Januar 2019!

Warenkorb
Der Wert berechnet sich aus den durchschnittlichen Einkaufspreisen im jeweiligen Monat gewichtet mit den durchschnittlichen Mengen, in denen dieses Produkt jeweils erworben wird | Quelle: Wawibox

 

Bedingt durch die hohe Nachfrage während der Corona-Pandemie gab es in den letzten zwei Jahren bereits einen starken Preisanstieg bei vielen Hygieneartikeln. Zwar sind die Preise zwischenzeitlich gesunken, dieser Trend wurde jedoch durch die aktuelle Krise gestoppt.

Folgendes Beispiel für den Preis von Nitrilhandschuhen verdeutlicht dies. Mit dem Zuspitzen der Krise Anfang 2022 zogen die zuvor sinkenden Preise wieder an:

NitrilhandschuheDas Fallbeispiel bezieht sich konkret auf: Handschuhe, Nitril, Größe S, soft, unsteril, puderfrei, weiß, Packung à 100 Stück von smartdent
Quelle: Wawibox


Doch auch andere beliebte Dentalartikel sind von einer spürbar steigenden Preisentwicklung betroffen, wie sich am Beispiel des OptraGate Lippen-Wangen-Halters von Ivoclar erkennen lässt:

Wangenhalter
 Das Fallbeispiel bezieht sich konkret auf: OptraGate small, Packung à 80 Stück von Ivoclar | Quelle: Wawibox

 

Besonders bedenklich: Die tatsächlichen Konsequenzen der gegenwärtigen Situation werden erst zeitverzögert in 6 bis 12 Monaten vollends zu sehen sein.⁵


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Durch unseren eigenen Austausch mit Herstellern können wir außerdem bestätigen, dass aufgrund der extrem zunehmenden Preise für Rohstoffe und Energie insbesondere bei dentalen Instrumenten und Geräten in naher Zukunft mit erheblichen Preissteigerungen zu rechnen ist. Gerade bei größeren benötigten Anschaffungen solltest du also besser nicht allzu lange warten, sonst zahlst du am Ende noch mehr.

Grundsätzlich kannst du die für dich entstehenden Mehrkosten beim Material an die Krankenkassen und Patient:innen weitergeben. Achte also darauf, dass eure Abrechnungen regelmäßig aktualisiert werden, damit teurer eingekaufte Materialien nicht noch mit alten, günstigeren Preisen gelistet werden.

Beachte allerdings, dass teurere Behandlungen deine Patient:innen möglicherweise abschrecken, immerhin betrifft sie die Inflation genauso wie dich. Besser wäre es also, die Materialkosten zu senken, um eventuelle Preiserhöhungen für deine Patient:innen so gering wie möglich zu halten.

Während Inflation günstiger Dentalartikel einkaufenAuch vor den Materialpreisen macht die Inflation nicht halt | Bildquelle: William Potter, Shutterstock.com

Wie kannst du die Materialausgaben senken?

Die gute Nachricht in all dem Trubel: Gerade beim Praxismaterial bestehen zum Teil immense Preisdifferenzen auf dem Markt. Wenn du und dein Team beim Einkauf Preise vergleicht, kannst du sowohl Geld sparen, als auch die Ersparnisse an deine Patient:innen weitergeben. Dadurch minimierst du deine Materialausgaben und verbesserst gleichzeitig deine Wettbewerbsfähigkeit.

Auf wawibox.de kannst du kostenlos Preise vergleichen und die Produkte für deine Zahnarztpraxis auch direkt bestellen. 

Auf unserer dentalen Bestellplattform profitierst du von…

  • transparenten Preisen und vielfältigen Angeboten,
  • einem unabhängigen Materialeinkauf, 
  • einer flexiblen Auswahl der Lieferanten,
  • Zeitersparnis beim Nachbestellen,
  • und einer maximalen Übersicht über den Markt – gerade in turbulenten Zeiten der Inflation mit ständig veränderten Preisen.

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Warum du jetzt in dein Personal investieren solltest

Personalausgaben bilden in der Regel den größten Kostenblock einer Zahnarztpraxis. Laut KZBV machten sie 2019 im Schnitt 40,7 % der Betriebsausgaben aus.⁶

Es klingt im ersten Moment paradox, aber das Sinnvollste, was du in der momentanen Situation tun kannst, ist, das Gehalt deiner Angestellten zu erhöhen. Am besten gehst du dabei weitsichtig und proaktiv vor und wartest nicht, bis sich Unzufriedenheit im Team verbreitet und die ersten Mitarbeiter:innen kündigen. Denn das solltest du beim anhaltenden Fachkräftemangel tunlichst vermeiden, zumal sich dieser in absehbarer Zeit noch weiter zuspitzen wird.⁷

Bedenke: Arbeitnehmer:innen in Deutschland wenden im Schnitt ca. ⅓ des Nettogehalts für Mieten auf. Bei Praxismitarbeiter:innen ist es häufig noch mehr, da die Gehälter oftmals unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Mache dir daher die Lage deiner Mitarbeiter:innen bewusst und habe ein offenes Ohr, wenn sie sich mit Sorgen an dich wenden. Es geht hier nicht um „Luxusprobleme“: Miete, Transportwege, Lebensmittel – das sind die Grundlagen der Lebenshaltung, die man sich leisten können muss.

 

Wenn du von dir aus Gehaltserhöhungen vornimmst, stellst du Verständnis und Fürsorge für deine Angestellten unter Beweis und investiert gleichzeitig in die Zukunft deiner Zahnarztpraxis.

Teamzusammenhalt in der Zahnarztpraxis
In schwierigen Zeiten heißt es, zusammenzuhalten | Quelle: Wawibox

Nimm dir also etwas Zeit für eine gründliche Gehaltsanalyse deines Teams, um eine für beide Seiten faire Vergütung zu ermitteln. Bedenke in deiner Recherche auch lokale Abweichungen vom Gehaltsdurchschnitt und die Konkurrenzsituation im näheren Umkreis. Denn wenn du nicht genug bezahlst, tun es vielleicht andere Zahnärzt:innen.

So nimmst du deinen Patient:innen die Verunsicherung

Schon vor der aktuellen Krise hatten die Inflation und die sinkende Kaufkraft negative Auswirkungen auf die Kaufbereitschaft deiner Patient:innen.⁸ Künftig dürften noch mehr Menschen vor gänzlich privat zu leistenden oder mit hohen Zuzahlungen verbundenen Versorgungen zurückschrecken.

Je nach Patientenstamm und Praxisspezialisierung hat das unterschiedlich große Auswirkungen auf deine Einnahmen. Zahnarztpraxen berichten uns aber immer wieder, dass bei den Patient:innen momentan eine generelle finanzielle Verunsicherung und Zurückhaltung zu spüren ist – gerade bei zahnärtzlichen Behandlungen, die als weniger dringlich empfunden werden oder primär ästhetischer Natur sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass bereits die normal hohe Inflation vor der gegenwärtigen Krise negative Auswirkungen auf den erwirtschafteten reellen Gewinn von Zahnarztpraxen hatte.⁹ Daher gewinnen privat abgerechnete Leistungen schon seit Langem an Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg einer jeden Zahnarztpraxis – und werden künftig nur noch wichtiger werden.

Um deinen Patient:innen die Scheu vor kostenintensiven Behandlungen zu nehmen, solltest du auf Transparenz in der Kommunikation setzen und ihnen Spielraum bei den Finanzierungsmöglichkeiten bieten: Zeige Verständnis für die finanzielle Situation deiner Patient:innen und biete ihnen z. B. Ratenzahlungen an.

Ruhe bewahren: Umgang mit Inflation in deiner Zahnarztpraxis

Viele Zahnärzt:innen schöpfen noch nicht ihr volles Potenzial aus, um Kosten zu senken. Eine Kostenoptimierung ist einerseits durch Steigern der Umsätze und andererseits durch Reduzieren der Ausgaben möglich.

Unsere abschließenden Tipps:

  • Verschließe nicht die Augen vor der Situation, sondern mache dir rechtzeitig Gedanken, damit du proaktiv handeln kannst.
  • Wenn dir die Prognosen und Nachrichten zu schaffen machen, suche Beratungsstellen auf, bspw. bei deiner Landeszahnärztekammer.
  • Mache dein individuelles Optimierungspotenzial ausfindig – zum Thema Material unterstützen wir dich gerne mit einem kostenlosen Beratungsgespräch.
  • Nimm ein regelmäßiges Kosten-Screening vor:
    • Gibt es Ausgaben, die unnötig sind?
    • Wo schlummern unentdeckte Einsparpotenziale?
    • Was sagt dein Team dazu? Andere Perspektiven eröffnen ganz neue Lösungsansätze und Sparmöglichkeiten.

Die Inflation macht dir zu schaffen? Beim Thema Materialkosten und Materialverwaltung stehen wir dir gerne zur Seite!
Lerne uns in einem Beratungsgespräch kennen.

Inflation in der Zahnarztpraxis: Beratungsgespräch mit Wawibox

 

Quellen

¹ https://www.solvi.de/podcast Podcast 062: Was bedeutet die hohe Inflation für meine Zahnarztpraxis?

² https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_296_611.html

³ https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_300_61281.html

https://www.dentalmarketing-magazin.de/news/detail.php?rubric=News&nr=9806#9806

https://www.solvi.de/podcast Podcast 062: Was bedeutet die hohe Inflation für meine Zahnarztpraxis?

https://www.kzbv.de/kzbv2021-jahrbuch-ohne-goz.media.f1b1223cf58b71cee7fc89ec746f8bf9.pdf

https://www.fvdz.de/files/DATEIANHAENGE/DFZ/DFZ_0321_Fachkraefte.pdf

https://epaper.zwp-online.info/epaper/9552/export-article/32

https://www.wir-in-der-praxis.de/news/das-privathonorar-wird-fuer-zahnaerzte-immer-wichtiger-2694860.html'